Felix100kmDE

Alles ab 42,2km


Im Ziel – 2017

Zweite Auflage der Challenge
Am 30.07.2017 startete ich beim IRONMAN in Zürich. Das Ziel war: Ich wollte mein Ergebnis vom Vorjahr um eine Stunde verbessern. Das habe ich sogar noch deutlich unterboten:

Da steh ich schon wieder. Um mich rum auch wieder hunderte Verrückte, die das gleiche vorhaben…

„Auf geht´s ins Nasse! Du schaffst das!“ Selbstgespräche zu führen ist im Übrigen ganz normal.
Und dann fällt der Startschuss…

Alle 5 Sekunden werden 5 Teilnehmer ins Wasser gelassen. S****e bin ich aufgeregt. Diese 5 Sekunden dauern eeeeewig, dann piept es aber doch und der Streckenposten lässt mich ins Wasser. Und weg ist die Aufregung! 3,8 km liegen vor mir. Arg viel anders als letztes Jahr war es nicht, stolze 3-4 Minuten war ich schneller. Reicht immerhin für 3-4 Pinkelpausen. Raus aus dem Wasser, Beutel schnappen und in die Wechselzone.

Diesmal hatte ich vorgesorgt: Dank Tri-Anzug unter dem Neo ging das „Umziehen“ deutlich schneller. Abtrocknen wird auch überbewertet. Los zur nächsten Disziplin! Dank neuem Rad freue ich mich richtig auf die 180 km. Ich liebe dieses Rad!!! Geplant waren 6,5 h Fahrzeug (letztes Jahr: ca. 7h45). Die ersten 25 km vergingen wie im Flug. Wie im Tiefflug, bis zum ersten Berg bei ca. 30 km hatte ich einen Schnitt von ca. 33 km/h. Die Berge haben mich auch nicht wirklich abgebremst. Der letzte schon gleich gar nicht! Der Heartbreak-Hill, die Zuschauer schreien dich quasi den Berg nach oben. Die ersten 90 km geschafft! Halbzeit! Wenn die 2te Runde auch so rollt, dann hab ich die 6,5 h um Längen… Wie gedacht war dem aber nicht so. Irgendwie waren die Berge steiler als in der ersten Runde J Beim vorletzen Berg habe ich mich dann selbst angeschrien: „Auf geht´s du Sack! Noch 35 km dann darfst du laufen!!!“ Wenn man mit sich selbst redet geht die Zeit erstaunlich schnell um. Da war er dann, der letzte Berg. Rauf geht´s da ja von selbst. Jetzt nur noch 5 km und ich darf laufen. Die Zuschauer schauten etwas komisch, als ich vorbei zog und schrie: „Noch ein paar Minuten und ich darf laufen!“ Offensichtlich war ich der einzige, der sich darauf freute, noch 42 km zu laufen. Mit einem Grinsen stellte ich das Rad ab: 6 h 35 Min. Zielzeit erreicht (und das ohne aero-Bars und Tri-Lenker).

Laufschuhe angezogen und jetzt nur noch ein Marathon. Ich „freute mich“ tatsächlich darauf. Das hatte sich aber schnell erledigt. Nach der ersten 10 km-Runde musste ich beißen. Ende der zweiten Runde lernte ich noch jemand kennen und wir motivierten uns gegenseitig, nicht langsamer zu werden.Zwischenzeit nach 2 Runden: Die 13 h Gesamtzeit laufen mir fast davon und ich war am Ende! Bei der dritten Runde lief mir dann auch noch mein neuer Laufpartner davon…Drecks-Gefühl… Wunschzeit schien (fast) nicht mehr schaffbar, kein Laufpartner und ich kann nicht mehr. Luft aus, Schmerzen kaum aushaltbar. Aber aufgeben KANN ich nicht!!! Ich schliff mich durch die dritte Runde und da war sie zurück: Meine Moviation! Noch 10 km, dann hab ich fertig! Blick auf die Uhr: geil! Wenn ich die 10 km noch in1 h 10 Min. laufe bin ich doch noch unter 13 h! Der nächste Motivationsschub kam, als ich Thorsten, meinen Laufkumpan aus Runde 2/3 überholte. Diesmal ließ ich ihn stehen. Wobei an ihm humpelnd vorbeiquälen treffender ist… Nur noch 5 km! Uhrenkontrollblick: perfekt! Wenn ich dabei bleibe und bißchen schneller laufe, schaffe ich es unter 12 h 55 Min! Und so quälte ich mich heulend vor Freude/Schmerzen weiter. Kein Witz, mir kamen wirklich die Tränen. Dafür war auch vorgesorgt: Dank Sonnenbrille sieht es keiner. Keine Schwäche zeigen. Schließlich sah ich das Ziel. Vor dem Zielfoto aber noch schnell Haare kämmen (der dumme Scherz musste). Ja, ich hatte wirklich 42 km einen Kamm in der Tasche…

 

 

Endlich war ich fertig! Freudeschreiend stand ich ihm Ziel! Das zweite Mal!
Endzeit 12 h 54 Min 36 Sek.
Ein geiles Gefühl… Erstmal hinsetzen und verarbeiten… Nach ca. 2 Min. kam dann auch Thorsten ins Ziel (an dieser Stelle nochmal: Danke für das Foto und vor allem für die Motivation).

Jetzt war zu essen, ein Bier und dann ins Bett. Klingt einfach, oder?!
Unser Wohnwagen stand bloß 2 km weiter vom Ziel. Diese 2 km waren schlimmer als der ganze Wettkamf. Da ich nicht mehr sitzen konnte (hatte mich trotz Schutzcreme fast blutig gescheuert!) hieß es 2 km stehend radeln, mit völlig toten Beinen.

Naja, wie heißt es doch: Pain is temporary, glory forever!
Trotzdem hatte ich geschworen, nächstes Jahr keinen großen Wettkampf zu machen!

FelixZiel2017

 

P.S. Lange hat’s nicht gehalten! Naja, egal … habe mich jetzt doch für 2018 angemeldet …


Charity
Das Spendengeld meines Wettkampfs kam in diesem Jahr dem Bunten Kreis in Augsburg zugute. Diese Nachsorgeeinrichtung für Familien mit chronisch, krebs- und schwerstkranken Kindern begleitet jedes Jahr rund 2000 Familien in Schwaben. Insgesamt konnte ich 300€ für die Einrichtung sammeln. Vielen dank an alle Unterstützer.